Gedanken zur Kunst von Eleonore Münchhoff

Eleonore Münchhoff
        M a l e r i n                  S c h a u s p i e l e r i n

WORTE

Gedanken zur Kunst

   WORDS
   Reflections on Art.

The human being should not hesitate to use their own mind — apart from the thousands of pieces of information that may already be outdated tomorrow. 

 

   Der Mensch sollte sich nicht scheuen, 

 

     abseits von tausenden  Informationen,  

 

       die morgen schon überholt sein können, 

 

seinen eigenen Kopf zu gebrauchen.

 

 

 

An astronaut once said: “We must preserve the Earth for our grandchildren.”

That too — but I ask myself: Is something only worth preserving if it is of use to humankind? EM

 

Ein Astronaut sagte: "Wir müssen die Erde für unsere Enkel bewahren" - das auch - aber, so denke ich : ist etwas nur erhaltenswert, wenn  es der Gattung Mensch von Nutzen ist?EM

 

 

 

 

Quote:
"Artistic creation is a spiritual activity that elevates a dimly sensed thought or a dimly felt emotion to such clarity that the thought can be grasped by others and the feeling communicated to them.”
Leo Tolstoy — A Reader

Zitat: 
..."künstlerisches Schaffen ist eine geistige Tätigkeit, die einen dunkel vorschwebenden Gedanken  oder ein dunkel empfundenes Gefühl zu solcher Klarheit steigert, daß der Gedanke von anderen erfaßt wird und das Gefühl sich auch anderen mitteilt."
Lew Tolstoi - Ein Lesebuch

 

Because even the smallest things waver, 

there is no wisdom — only thoughts.

KM

 

Weil selbst die kleinsten Dinge schwanken,

gibt´s keine Weisheit - nur Gedanken.

KM

 

 

He crept searching out of the twilight

 

of divided dark aeons — first on all fours, 

 

with clubs and hammers — and now as

 

Two‑Stone through atom‑charged zones.

 

KM

 

 

 

 

 

 

 

Er schlich sich suchend aus dem Dämmern

 

enteilter dunkler Jahrmillionen -

 

auf Vieren erst, mit Keulen und mit Hämmern -

 

und nun als Zweistein durch atomgelad'ne Zonen.

 

KM

 

 

From Stage to Painting

World secrets I sought to hunt —

I followed the trail of the bright world‑spirit. 

Veils tore my senses into dismay,

mourning I felt nature slip away.

KM

 

He had to shoot in enemy land,

now he lies in blood and weeps;

blindly he did as he was 

commanded — and shot the unknown foe.

KM

 

What human spirit has devised —

a nothing in the frenzy of creation; 

if you seek the highest rapture — 

flee the world and listen.

KM

Art

 

What led me to art — and specifically to painting:

 

 I walk through a still‑remaining rainforest — I see the

 most finely chiselled forms of the plants. I smell the 

indescribable scent of the earth. It feels as if I am 

moving through the intoxicating fragrance of a unique

 palace.

 

The first time I swam in a coral reef, I had to laugh 

inwardly. So imaginative — “painted” with countless 

colors — I found the fish faces. The stripes, the bright 

dots, yes — the abstract patterns

.

Sometimes I ask myself: am I the only one who sees this?

I drove through northern Borneo: hours of deforested land. 

Then the rainforest — majestic, and yet so exposed.

I stand in a meadow, the clouds drift — and then: 

a magnificent sunbeam breaking through the clouds.

 

It is grand. An expression of the Earth’s energy.

 

The absurdity of human behavior is an unceasing source

 of unrest in my existence.

 

Both are ignition points for my painting — in which, for me, 

everything revolves around the matter itself: the relationship 

of the human being to the world in which they live.

 

My theatre work was never merely the embodiment of a role, 

but the verbal conveyance of the dramatist’s intention —

 through thinking and feeling my way into the source of the role.

My painting is based on a similar world of thought and feeling.

 

What is drama about?

 

It is about curiosities up to the darkest human actions.

This essence is the foundation of my painting, oriented toward:

 nature, existence, philosophy, religion, politics, psychology.

 

My artistic approach is always similar — whether I express a 

person’s inner state in a text with my voice, or record it, or paint it, 

or bring it to life with color and line. It would be the same in the

 rendering of tones or dance.

 

In painting I am both: 

 

the dramatist and the interpreter of what 

I wish to communicate.

Von der Bühne zur Malerei

Weltgeheimnisse wollt´ ich erjagen - 

war dem lichten Weltgeist auf der Spur.

Schleier rissen meine Sinne ins Verzagen,

trauernd fühlt´ ich die entfliehende Natur.

KM

 

 

 

Er mußte in Feindesland schießen,

nun liegt er im Blute und weint;

er hatte blind, wie ihm gehießen -

erschossen den unbekannten Feind.

KM

 


 

Was Menschengeist ersonnen -

ein Nichts im Schöpfungsrausch;

suchst Du die höchsten Wonnen -

entflieh` der Welt und lausch`!

KM

 

 

 

 

Kunst 

 

Was mich zur Kunst, speziell zur Malkunst brachte:

 

Ich gehe durch einen noch vorhandenen Regenwald - 

 

ich sehe die aufs Feinste ziselierten Formen der Pflanzen. 

 

Ich rieche den unbeschreiblichen Geruch der Erde. 

 

Mir ist, als ob ich durch eine betörende Duftwolke eines 

einzigartigen Palastes gehe.

 

Als ich das erste mal in einem Korallenriff schwamm,

musste ich innerlich lachen. 

 

So phantasievoll - mit vielerlei Farben "gemalt" - fand

ich die 'Fischgesichter'. Die Streifen, die bunten Punkte,

ja - die abstrakten Muster.

 

Manchmal frage ich mich: sehe nur ich das?

 

Ich fuhr durch Nord-Borneo: stundenlang abgeholztes

Gelände.

 

Dann der Regenwald: so majestätisch und doch so 

ausgeliefert.

 

Ich stehe auf einer Wiese, die Wolken ziehen - und 

dann: ein wundervoller Sonnenstrahl zwischen den 

Wolken hindurchbrechend.

 

Es ist grandios!  Ausdruck der Energie der Erde.

 

Die Absurdität des menschlichen Verhaltens ist für mich

ein unablässiger Unruheherd in meinem Dasein. 

 

Beide sind für mich Initialzündungen für meine Malkunst,

in der es für mich um die Sache an sich geht. Die Sache - 

die Beziehung des Menschen zu seiner Welt, in der er lebt.

 

Meine Theaterarbeit war  nicht allein die Verkörperung einer 

Rolle, sondern die verbale Vermittlung der Intention , der Absicht 

des Dramatikers durch Hineindenken, Hineinfühlen in die Quelle 

der Rolle.

 

Meine Malerei basiert auf ähnlicher Gedanken- und Gefühlswelt.

 

Worum geht es im Drama?

 

Es geht um Kuriositäten bis hin zu schlimmsten menschlichen 

Handlungen.

 

Diese Essenz ist die Grundlage meiner Malerei, orientiert an:

Natur, Existenz, Philosophie, Religion, Politik, Psychologie.

 

Meine künstlerische Herangehensweise ist immer ähnlich. Sei

es, dass ich die seelische Befindlichkeit eines Menschen in einem 

Text mit meiner Stimme - oder sie aufzeichne - oder sie aufmale

 - oder sie mit Farbe und Stift zum Ausdruck bringe. Genauso 

wäre es im Wiedergeben von Tönen oder Tanz.

 

In  der Malerei bin ich selbst beides: der Dramatiker und gleichzeitig 

der Interpret dessen, was ich mitteilen möchte.

 Malerei und Zeichnung   ·   Eleonore Münchhoff  © ·   Impressum   ·   Datenschutz        

 

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